Heißer Herbst 10 – Elf Zentimeter oder gar vierzeh

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Heißer Herbst 10 – Elf Zentimeter oder gar vierzehHeißer Herbst 10 – Elf Zentimeter oder gar vierzehn?©Helios53 / II 2013SusiKonzentriert arbeitete Susi in der geräumigen Dampfduschkabine an ihrer Intimzone. Zwar hatte sie schon bisher ihre Haare sauber getrimmt und, den Jahr für Jahr knapper werdenden Bikinihöschen geschuldet, für jede Saison noch schmäler rasiert, aber neulich hatte sie in einer Zeitschrift Ausblicke auf die Bademode der Saison 2005 studiert und dabei ein Modell entdeckt, das sie unbedingt haben wollte. Eine Neuanschaffung war schon lange Thema im Hause Martini, denn Susi wollte sich von ihren Mädchen-Bikinis einfach nicht trennen, obwohl sie, wie sich ihr Bruder Bruno so charmant ausdrückte, nahezu ‚aus den mickrigen Fetzen quoll‘. Genau das war auch der eigentliche Grund, warum sie immer noch Badekleidung trug, die sie mit dreizehn bekommen hatte. Inzwischen war sie in alle Richtungen gewachsen, nicht so sehr in die Länge wie Sabine, aber doch deutlich erkennbar, wodurch sich relativ Oberteil und Höschen in nahezu unschicklicher Art und Weise verkleinert hatten. Dementsprechend fielen die Reaktionen aus. Ihre Verwandten schüttelten missbilligend den Kopf, aber da die strategisch heißesten Stellen so eben noch verdeckt waren, sahen sie von Ordnungsrufen ab, versuchten dagegen, Susi Neuanschaffungen schmackhaft zu machen, die weniger Augäpfel zu schmerzhaftem Hervortreten stimulierten. Die Jungs an der Schule, aber auch männliche Badegäste aller Semester, ließen, wenn sie sich unbeobachtet fühlten, ihre Blicke mit Wohlgefallen auf den knackigen Rundungen ruhen, die Susi recht freizügig zur Schau stellte. Nun aber war das Ende der Fahnenstange erreicht. Noch weiter ließen sich die Bändchen nicht schnüren, ohne die Gefahr heraufzubeschwören, plötzlich ganz im Freien zu stehen. Das neue Modell, das Susi nun im Auge hatte, entsprach aber gar nicht den Vorstellungen ihrer Verwandtschaft, vornehmlich der italienischstämmigen, bestand es doch auf der Hinterseite nur aus Schnürchen und vorne auch nur aus winzigen Dreieckchen, die weniger scharfsichtigen Betrachtern die Illusion vollkommener Nacktheit beschert hätten. Auch wenn Susis Mutter in dieser Hinsicht wesentlich toleranter war, mit einem Ankauf aus elterlichen Mitteln war nicht zu rechnen. Doch das großzügig bemessene Taschengeld sollte eine entsprechende Rücklage bis zum Beginn der kommenden Freiluftbadesaison erlauben. Jedenfalls fand es die rassige Göre angebracht, ihre Bikinizone rechtzeitig angemessen vorzubereiten. Offen blieb nur, ob sie ihren Traum-Bikini heimlich erwerben sollte, oder ob sie sich der wohl unausweichlichen Kritik und Missbilligung aussetzen sollte. Einige Hoffnung setzte sie dabei in ihre Freundin Manuela, die die bisher hoffnungslos vatikanischen Moralvorstellungen von Cousin Nino radikal anzuknabbern begonnen hatte. Fiel der einmal als Hüter von Anstand und Sitte aus, war für Susis Sache viel gewonnen, denn der inzwischen einundzwanzig Jahre alte Kronprinz des mitteleuropäischen Oberhauptes der Familie Martini – Onkel Mariano war der ältere Bruder von Susis Vater Giovanni – galt sehr viel im Clan, vor allem, wenn es um Jugend, Mode und das ging, was ‚In‘ war.Über all diesen Gedankenflügen war Susi zu einem befriedigenden Ergebnis ihrer Bemühungen gekommen. Sie gönnte sich noch eine ausgiebige Dusche und nach sorgfältigem Abtrocknen auch noch eine satte Portion einer mildduftenden Pflegecreme. Sie war nicht wenig aufgeregt, fühlte sich aber dennoch gut und bereit für den finalen Auftritt morgen in Hamburg. Stolz reckte sie vor dem Spiegel ihre Brüste, posierte ein wenig und fand sich ganz okay. Plötzlich überfiel sie die Erkenntnis, dass es, gelinde gesagt, absurd war, wenn sie einerseits gerade im Begriff stand, sich als ‚exhibitionistische Schlampe‘ zu qualifizieren und andererseits aus Rücksicht auf die hoffnungslos verstaubten Moralvorstellungen der Verwandtschaft einen neuen Bikini vor ihnen verstecken wollte.In aufwallender Euphorie mutig geworden, klemmte sie sich ihre Kleider unter den Arm, trat nackt aus dem Bad und wanderte gemächlich über den Flur zu ihren Zimmer, passierte dabei die Lasterhöhle ihres Bruders. Da die Tür offen stand, erhaschte der verblüffte Bruno einen ausgiebigen Blick auf die aufreizenden Kurven seiner kleinen Schwester. Verdammt! Schwester oder nicht Schwester, das war einen zweiten Blick wert. Er stürzte zur Tür, linste vorsichtig um die Ecke und erwischte sie gerade noch, wie sie in ihrem Zimmer verschwand und dabei kurz mit dem Po wackelte. Das Biest wusste Bescheid!SabineAuch Sabine betrachtete sich zur selben Zeit im Spiegel, allerdings war ihr Interesse auf andere Körperregionen gerichtet. Mit ihren Beinen war sie sehr zufrieden, doch schienen sie eher zu lang für den Rest des Körpers. Fohlenhaft, was ihr etwas Unbeholfenes gab, obwohl sie sportlich und geschickt war, seit gut einem Jahr intensiv tanzte, am liebsten Rock ‘n‘ Roll und dabei durchaus gute Figur machte. Etwas mehr Busen hätte sie sich gewünscht, vor allem, wenn sie sich mit ihrer Freundin Susi verglich. Die hatte seit ihrem sechzehnten Geburtstag einen ziemlichen Wachstumsschub erlebt, war nun schon fast gleich groß und setzte zum Überholen an. Und das bei perfekten Proportionen!Auf ihre Schambehaarung verschwendete sie kaum einen Gedanken. Erstens fielen die blonden Löckchen kaum auf, weil sie – zweitens – nicht gar zu viele davon hatte und drittens beabsichtigte Sabine nicht, sich in öffentlichen Schwimm- und Hallenbädern herumzutreiben. Sobald die Temperaturen es zuließen, würde sie sich am unweit gelegenen Baggersee nackt sonnen. Im Familienurlaub gab es sowieso nur FKK, da nahm sie Badekleidung nicht einmal mit.Viel mehr beschäftigte sie die Frage, was sie morgen anziehen sollte. Morgens, wenn sie aus dem Haus ginge, da würde sie Jeans tragen, ein Sweatshirt und darüber ihre Jeansjacke, das war klar! Ausflug nach Lüneburg, so hieß es offiziell und irgendwie stimmte es ja auch. Dass sie aber, kaum dort angekommen, in den Zug nach Hamburg steigen würden, darüber hatten sie Stillschweigen vereinbart, denn das würde nur Fragen über Fragen hervorrufen und – schröckliche Vorstellung! – womöglich auch noch die ferne Verwandtschaft ins Spiel bringen. ‚Ach, Sabine, wenn du schon mal da bist, könntest du ja bei Tante Ingrid vorbeischauen. Die freut sich sicher und dann kann sie dir auch alles zeigen …‘, hörte sie schon ihren Papa sagen. Ne, Lüneburg – und alles andere war Geheimsache.Irgendwo in Hamburg, am besten wohl direkt im Einkaufszentrum Mannomann, auf das sich die drei unternehmungslustigen Jungschlampen geeinigt hatten, vermutlich in den Toiletten, musste sie sich aber umziehen, denn die Aufgabe besagte ja, dass sie mit Minirock und nichts drunter, zumindest ohne Höschen, mindestens vier Stunden dort verweilen musste. Nicht in den Toiletten, sondern im Kaufhaus und zu allem Überfluss mussten auch mindestens drei Erwachsene diesen Umstand zur Kenntnis nehmen. Das war schon etwas hart. Sabine grinste, wenn sie an ‚hart‘ dachte und gleichzeitig an Bruno. Der sollte lieber nichts von der geplanten Aktion erfahren. Susi hatte erwähnt, dass sie sich ein heißes Outfit von ihrer Tante Babs borgen wollte. Und wenn Susi ‚heiß‘ sagte, dann meinte sie damit sicher ‚sehr heiß‘. Sabine grübelte nun, wie sie ihrer Freundin Paroli bieten konnte. Der eigene Kleiderschrank gab nichts her, in Manuelas Sachen passte sie ganz sicher nicht rein, aber da das Wiechert’sche Haus bis auf sie selber leer war und es auch noch geraume Zeit bleiben würde, stöberte sie in Mutters Kleiderschrank. Leider vergebens. Da fiel ihr ein, dass Mama Wiechert im letzten Sommer ein paar Tonnen Kleider ausgemustert und im Keller zwischengelagert hatte. Die sollten zur Altkleidersammlung, aber bis jetzt hatte sich niemand gefunden, der das auch durchgeführt hätte. Nach Sabines Erinnerung hatte ihre Mom hin und wieder geseufzt: „Das kann ich nicht mehr tragen, ich bin ja eine anständige Frau!“‚Aber ich kann, und ich werde!‘, dachte Sabine unternehmungslustig und stieg die Treppen hinunter. Bald wurde sie fündig. Drei große Kartons waren es. Einen nach dem anderen räumte sie aus und wieder ein. Übrig blieben ein paar scharfe Sachen, in denen sich Sabine ihre Mutter eigentlich nicht so recht vorstellen konnte. Energisch packte sie alle in einen großen Müllsack, schleppte die Beute in ihr Dachkämmerlein und verbrachte die nächste Stunde damit, alles anzuprobieren. Leise schlich sich der Gedanke ein, dass der Raubzug im Keller nicht für immer unentdeckt bleiben würde, aber hergeben wollte sie nichts mehr von ihrem Schatz. Zu geil sah das Zeug aus, glücklicherweise zu einem großen Teil bügelfrei. Da war ihre Mutter ziemlich praktisch eingestellt. Vielleicht war sie auch kein Fan von Hausarbeit gewesen? Jedenfalls war Frau Wiechert ein wenig kleiner als ihre Tochter, weswegen die Kleider an Sabine noch kürzer erschienen. Nach einigem Hin und Her entschied sie sich für ein kesses Retro-Stück, ein elastisches Strickkleid in Gelb-, Braun- und Orangetönen, das so eng anlag, dass man jede Kontur mühelos verfolgen konnte. Oben war es ziemlich hochgeschlossen, dafür ärmellos. An den strategisch gefährlichsten Stellen war innen ein dünnes Futter eingenäht, aber den Bauchnabel konnte man mehr als nur erahnen – Sabine plante nicht, ihn mit Unterwäsche zu verdecken. Da das Kleidchen knapp unter dem Po endete, ragten ihre langen Fohlenbeine nahezu obszön darunter heraus. In einem Anfall von Wagemut beschloss sie, das noch mit ihren rot-gelb geringelten Leg Warmers zu unterstreichen, die weit über das Knie reichten und dennoch viel von ihren nackten Oberschenkeln sehen ließen. Wenigstens konnte sie dazu gut ihre neuen Nikes kombinieren. Die Schuhverkäufer würden ausrasten, wenn sie in diesem Aufzug anfing, High Heels zu probieren. Immerhin wusste sie sich auch mit solchen sicher zu bewegen, denn im Tanzclub trug sie für Standard- und Lateinamerikanische Tänze natürlich entsprechende Schuhe. Tango oder Walzer in Turnschuhen ging nun mal gar nicht, das sah sogar die burschikose Sabine ein. Entschieden stopfte sie die ausgesuchten Kleidungsstücke in ihren Citybag und ging mit einem Schmöker zu Bett, den sie neben den Erinnerungen an den unvergleichlichen Mac Happsteiner aus den Sommerferien in Bayern mitgebracht hatte. ‚Heiße Nächte für die Lady‘ entsprach genau ihrem Geschmack. So wie Modesty Blaise wäre sie auch gern gewesen. Die Frau war pures Dynamit, dagegen wirkte Angelina Jolie als Lara Croft plump und ungeschickt. Als sie einschlummerte, träumte sie davon, wie sie den Bösewicht, der in seinem Aussehen frappant dem Polizeiobermeister Rüdermann ähnelte, mit ihrem verführerisch nackten Körper einlullte und dann blitzschnell durch einen überraschenden Fußstoß gegen die Schläfe außer Gefecht setzte. Mit zufriedenem Grinsen schlief sie selig den Schlaf der Gerechten.VerwandteAm folgenden Samstagmorgen registrierten zwei Elternpaare verblüfft, dass ihre Töchter schon kurz nach sieben zum gemeinsamen Frühstück erschienen. Auf Anfrage erklärte Sabine: „Die Manu hat gemeint, dass wir den ganzen Tag brauchen und daher schon um neun vor dem Laden sein sollen.“„Die Manu? Ich wusste gar nicht, dass die mitkommt. Aber die ist wohl immer mit von der Partie, was? Ihr seid ja sozusagen die drei Musketeusen.“„Klar! Alle für eine. Genau genommen ist es ja so, dass sich Manu was Neues kaufen will und wir sollen sie beraten.“„Du willst Manu beraten? Will sie sich Jeans kaufen oder was? Mit schönen Kleidern hast du ja sonst auch nicht viel am Hut, aber die Manu sehe ich manchmal schon in schicken Klamotten.“„Ob sie gut aussieht oder nicht, kann ich sehr wohl und sehr gut beurteilen!“, zischte Sabine. „und außerdem ist ja Susi auch noch mit dabei.“„Bei der weiß ich genau, wie sie am besten aussieht“, mischte sich Bruder Max ein, der müde am Türrahmen lehnte. „Wo kommst du denn her um diese Zeit?“, fragte Torsten Wiechert argwöhnisch und schnüffelte. „Sag mal, bist du betrunken, Sohn?“„Bin mit den Jungs versackt“, nuschelte Max, „hab vielleicht ein, zwei Bier getrunken. Alles easy, ich hau mich mal auf die Matratze. ‘schüss!“ Gespielt torkelnd tappte er die Treppe hinauf. Sabine war mit der Entwicklung zufrieden. Je weniger sie über den geplanten Ausflug erzählen musste, desto weniger brauchte sie zu lügen. Bisher hatte sie noch gar nichts Unwahres erzählt, nur halt nicht die ganze Wahrheit.„Was hat er eigentlich gemeint damit, wie Susi am besten aussieht?“, wunderte sich ihr Vater gerade, der nicht immer alles mitkriegte, was seine Sprösslinge betraf. Während seine Frau Nicole nach Worten rang, um ihm auf die Sprünge zu helfen, stopfte sich Sabine den Rest des Gugelhupfs in den Mund, spülte schnell mit Tee nach, stand auf und packte ihren Beutel. Schon in der Tür, drehte sie sich noch einmal kurz um. „Napft!“, verkündete sie mit vollem Mund und einige Kuchenbrösel entfernten sich unerlaubt von den Lippen. Dann eilte sie hinaus, ließ einen entgeisterten Vater und eine grinsende Mutter zurück.ManuelaManuela und Susi warteten schon an der Bushaltestelle, sehr ähnlich gekleidet wie Sabine. Jeans, Turnschuhe, Pulli, Jacke, denn es war kühl Mitte November. Susi hatte eine Stofftasche dabei, in der wohl ihr Minirock verstaut war, Manuela eine mittelgroße Reisetasche für die Alltagskleidung der beiden Schlampenaspirantinnen, denn sie hatte nicht nur die Aufgabe, die Einhaltung der Vorgaben zu überwachen, sondern auch, die Kleidungsstücke in Verwahrung zu nehmen, die während der Mutprobe nicht benötigt wurden. Die beiden Höschen zum Beispiel. Der Bus nach Lüneburg war mehr als voll, sie mussten stehen bleiben. Da konnten sie keine vertraulichen Gespräche führen, aktivierten ihre bursa escort iPods und wiegten sich im Rhythmus der Musik. Jede in einem anderen. Dafür war der Zug nach Hamburg fast leer, so konnten sie ihre Aktion ungebremst durchhecheln. Der Plan sah vor, dass sich Sabine und Susi zuerst umzogen und dann alle drei gemeinsam das ganze Mannomann-Center durchwanderten, alle in Frage kommenden Schuhgeschäfte notierten – Manu hatte einen Notizblock und drei Stifte eingepackt – und dabei nach Geschäften Ausschau hielten, die Manuela mit ihrem Besuch beehren wollte. Nino war anlässlich ihres Geburtstages im Oktober sehr großzügig gewesen und hatte ihr erlaubt, sich neu einzukleiden – „aber so, dass ich auch was davon habe, wenn ich es dir wieder ausziehe!“ Nach einigen Irrwegen in der Großstadt erreichten sie dennoch lange vor Mittag ihr Ziel. Susi und Sabine verschwanden umgehend in der Damentoilette. Als Susi endlich herauskam, hatte Manu bereits Sabines Outfit eingehend bewundert und in einem unbeobachteten Moment mit rascher Hand die Einhaltung der wichtigsten Regel kontrolliert. Aber auch Susi hatte sich – wenn schon, denn schon! – so hergerichtet, dass kurzfristig der Lärmpegel im Kaufhaus abzusinken schien, weil zumindest alle Männer im Umkreis die Luft anhielten. Eine weiße, offenherzig getragene Seidenbluse, die zumindest den Eindruck erweckte, sie trage darunter keinen Büstenhalter. Genau sehen konnte man das zwar nicht, aber die Phantasie schlug jedenfalls Purzelbäume. Schwarze High Heels und Netzstrümpfe boten einen höchst erotischen Anblick, der von einem extrem kurzen Rock getoppt wurde. „Wow!“, rief Manu, „Susi, du siehst richtig verboten aus! Nun kommt, ihr zwei Paradiesvögel! Kopf hoch, Brust raus! Lasst uns shoppen, euer hässliches Entlein braucht sexy Dessous!“Von ‚hässlich‘ konnte natürlich keine Rede sein, auch in ‚nur‘ Jeans, Pulli und der knapp sitzenden Lederjacke aus Italien mit der Motoguzzi-Aufschrift war der kleine Rotschopf ein wahrer Hingucker. Erst recht, als die drei den ersten Laden enterten, der an der Ladenfront Büstenhalter und Tangaslips ausgestellt hatte. Denn Manu wollte alles auch zeigen, was ihr da angeboten wurde. Das sah zwar ein wenig merkwürdig aus, wenn sie die heißen Höschen über der Strumpfhose präsentierte – aus hygienischen Gründen durfte sie diese natürlich nicht auf nackter Haut vorführen – aber wenn sie hüftwackelnd vor ihrer Jury paradierte, gerieten schon ein paar Herren, die einen Blick darauf erhaschten, kurz aus dem Tritt. Leider war ihr das Angebot durchwegs zu bieder.„Warum gehen wir nicht gleich zu Beate Uhse?“, regte Sabine an„Weil wir da nicht rein dürfen?“, mutmaßte Manu. „Du schon gar nicht, du bist ja noch nicht einmal sechzehn.“ Das kam ein wenig herablassend, aber gleich fügte sie an: „Und ich bin so klein, dass mich sowieso jeder nach dem Ausweis fragt. Also vergiss es, es wird schon noch einen Laden geben. Inzwischen geben wir uns einen Cappuccino, oder?“Dagegen war nichts einzuwenden, höchstens, dass Susi und Sabine in der ‚Latte-Bar‘ mit eng geschlossenen Beinen sitzen mussten, weil ihnen hier eine Kenntnisnahme ihrer Unten-ohne-Strategie erst mal eher peinlich gewesen wäre. Später, als ihnen bewusst wurde, dass sie dort locker hätten punkten können und ihre Beine vorsichtig spreizten, nahm kein Schwein Notiz von ihnen. Dafür spitzte Sabine die Ohren. Von irgendwoher erklangen Musikfetzen. Chuck Berry’s Uraltnummer Maybellene glaubte sie zu erkennen. „Ich geh‘ mal gucken, bin gleich wieder da!“ Sie verschwand, Susi und Manu gönnten sich noch einen Cappu.JailhouseSabine folgte den Rock ‘n‘ Roll-Klängen und gelangte zu einer Art Arena. Dort war eine Bühne aufgebaut, die Musik kam aus riesigen Lautsprechern, die rechts und links davon aufgehängt waren. Mehrere Paare tanzten zur Musik, die inzwischen zu Rock around the clock gewechselt hatte. Es sah aber eher nach Training aus, manche übten immer wieder dieselben Passagen, andere verließen die Bühne, machte Platz für weitere Paare. Ein Rock ‘n‘ Roll Turnier! Sabine war fasziniert, so etwas hätte sie auch gern mal in Ovenbuch bei ihrem Tanzclub erlebt. Sie vergaß Susi und Manu und ihr Versprechen, bald zurückzukommen, überließ sich den Rhythmen und fiel gleich in die Standardschritte. Versonnen tanzte sie vor sich hin, als eine Tür krachend aufflog und ein schlaksiger junger Mann hereinstürmte. „Scheiße, Scheiße, Scheiße!“, schrie er wild, rannte förmlich in Sabine hinein, die gerade in einer Drehung herumwirbelte. „Pass doch auf, du dumme Nuss!“, bellte er, ehe er Sabine auch nur eines Blickes gewürdigt hatte.„Oh – äh – sorry!“, stammelte er, „ich wollte nicht so aggressiv sein, aber …“ Er rollte verzweifelt mit den Augen. „Aber Scheiße noch mal!“„Was is’n los mit dir? Hat dir wer die Frühstücksflocken geklaut?“ Sabine war sichtlich noch ein wenig entrüstet.„Nein, du, nicht wirklich. Entschuldige echt, es war nicht so gemeint. Ich wollte da mitmachen, bin extra aus Lübeck hergekommen und jetzt ist meine Partnerin nicht da!“„Wie das denn?“„Krank! Krank, einfach krank geworden ist sie! Ihr Vater wollte sie bringen, weil sie gestern schon vorausgefahren sind. Tante Geburtstag oder so. Dann hat sie sich wohl an den Torten überfressen und heute hängt sie über ‘m Klo und kotzt. Scheiße nochmal!“„Hättet ihr denn gewinnen können?“„Ach nee! Keine Spur von! Mitmachen ist alles. Manche hier machen das schon seit dem Kindergarten, Tessa und ich haben erst vor zwei Jahren angefangen. Schlecht sind wir nicht, aber gegen die Profis da haben wir nicht den Hauch einer Chance. Hätten wir nicht. Haben wir nicht, egal.“ Wieder rollte er verzweifelt seine Augen himmelwärts.„Und jetzt?“„Und jetzt? Und jetzt?“, äffte er Sabine nach. „Und jetzt fahr ich wieder heim. Zuschauen halt ich nicht aus. Einmal mitmachen, damit ich weiß, wo ich steh, das wär’s gewesen. Und jetzt? Nix!“„Würdest du dich mit mir trauen?“ Sabine war erschrocken. Hatte sie das wirklich gesagt? Offenbar schon.„Mit dir?“, fragte der Jüngling nämlich entgeistert.„Äääh – ja – mit mir“, bestätigte Sabine tapfer, denn kneifen kam gar nicht in die Tüte. „Ich weiß zwar nicht, ob wir zusammenpassen, aber ich mach‘ den Sport auch schon über ein Jahr. Wenn wir keine zu komplizierten Figuren machen wollen, könnten wir das schon irgendwie hinkriegen. Wie heißt ’n du überhaupt, ich bin die Sabine.“„Bernhard. Aber du solltest Barney sagen. Alle tun das. Komm mit!“ Er packte Sabines Hand und zerrte sie mit sich.„He! Lass mich los!“„Entschuldige!“ Er ließ trotzdem nicht los und so fand sich Sabine plötzlich hinter der Bühne wieder, in einer Art improvisierten Garderobe. Auf einer Reihe von Stühlen lagen Kleider, Taschen, Mäntel, Tücher, Regenschirme, aber mittendrin war ein freier Platz, etwa drei auf vier Meter. „Zeig mir was!“„Wie, was?“„Na, Schritte, Figuren und so weiter. Was du so drauf hast!“„Allein? Ist doch gaga! Komm schon her!“ Und sie ging auf ihn zu, fasste seine Hand und begann mit den üblichen Grundschritten, einfachen, aber schnellen Kicks. Ganz automatisch fiel er ein. Offenbar harmonierten sie ganz gut, denn ihre Bewegungen wurden komplizierter, ohne dass schmerzhafte Kollisionen zu beklagen waren. „Cool!“, meinte sie, „jetzt sollten wir uns ein paar Sachen überlegen, damit es etwas peppiger wird. Was für Stück steht denn am Programm?“„Du bist wirklich verdammt gut, alle Achtung!“, lobte Barney. „Wir haben Maybellene, Rock around the Clock und Jailhouse Rock zur Auswahl.“„Und was hättet ihr gewählt?“„Maybellene, aber das war ihr Wunsch. Ich wäre mehr für Jailhouse Rock, weil das nehmen die wenigsten, keine Ahnung, warum.“„Dann nehmen wir das! Das heißt, machen wir es überhaupt? Kann das gut gehen?“„Wenn wir schon mal da sind und eigentlich ganz gut zusammenpassen … Sag ‚ja‘ und wir machen es!“„Wir machen es? Was machen wir denn? Was für ein Es?“, konnte Sabine nicht widerstehen, frivol zu fragen.„Das – äh – na, tanzen natürlich! Der Wettbewerb! Rock ‘n‘ Roll, Baby! Was dachtest du denn? – Obwohl …“, er musterte sie nachhaltig und bekam rote Ohren. „Äh – hm …“„Okay, okay, das vertiefen wir später! Lass uns mal ein paar Extras üben!“„Ver… ver… vertiefen?“, stotterte Barney, der jetzt gedanklich auf einem ganz anderen Gleis fuhr. Die Röte breitete sich aus, aber er fügte sich und hörte zu, was Sabine aufzählte, was sie konnte. Die nächste halbe Stunde probierten sie einiges aus. Da Sabine nicht einer jener Tanzflöhe war, die jeder Junge leicht herumwerfen kann, einigten sie sich darauf, erst gegen Ende, und nur, wenn bis dahin alles geklappt hatte, einen Überschlag über seine Schulter und einen ‚Hüftschwinger‘ einzubauen.Barney„Ach du liebe Güte!“, fiel Sabine plötzlich ein. „Ich habe ja meine Freundinnen ganz vergessen. Hoffentlich sind die noch in der Nähe, ich muss mich ja noch umziehen!“„Umziehen? Vergiss es, dazu ist keine Zeit, wir sind gleich dran. Entweder jetzt oder gar nicht. Bitte! Deine Freundinnen kannst du danach auch noch suchen, es dauert ja nur ein paar Minuten“, flehte Barney.„Aber …“, wollte Sabine einwenden, doch da ertönte schon eine Ansage, dass Bernhard und Theresia das nächste Paar wären. „Aber …!“, wollte sie erneut protestieren.„Komm schon, kein Mensch weiß hier, wie Tessa aussieht!“, drängte Barney, ergriff ihren Arm und zog sie hinter sich her. Er sprach kurz mit der Turnierleitung, gab den Musikwunsch bekannt und dann war einfach alles vergessen. Der Jailhouse Rock beherrschte die Bühne und das Paar. Nach wenigen stockenden Sekunden fetzten die beiden ab, als hätten sie schon ewig nichts anderes getan. Dass sie sich auf einfache Kombinationen beschränkten, fiel der Jury natürlich sofort auf, dem Publikum nur teilweise. Ganz hinten standen Susi und Manu, die die Menschenmenge im Saal nach ihrer Freundin absuchten. Schon wollten sie gehen, als ihr Blick auf die Bühne fiel. Und auf das, was zwei entgeisterte Aaaahs aus der Menge hervorrief.Barney hatte sich an Sabine vorbeigetanzt, schob sie hinter sich, dass sie kurz Rücken an Rücken standen, beugte sich ein wenig und – schwupp – rollte sich Sabine rückwärts über seine Schulter nach vorne ab, sodass sie nun wieder in Grundstellung vor ihm zu stehen kam. Damit aber nicht genug, tanzten sie noch einmal in seitliche Position zueinander. Diesmal bückte sich Barney noch tiefer und ließ seine Partnerin über Hüfte und Rücken rollen, wobei Sabines lange Beine schräg nach oben ragten.„Damit hat sie wohl ihr Pensum übererfüllt“, kommentierte Manu trocken und machte einen fetten Haken auf ihrem Protokollblock.„Kann man wohl sagen!“, stimmte Susi zu. „Dabei war es wahrscheinlich nicht einmal Absicht!“Die einzigen im Saal, die nichts mitbekommen hatten, lagen sich, nachdem die Musik verstummt war, glücklich in den Armen und strahlten die Jury an, verstanden die grimmigen Gesichter und unterirdischen Wertungen gar nicht. Nur eine Jurorin grinste über ‘s ganze Gesicht und votete mit der zweithöchsten Note. Etwas verwirrt verzogen sich Barney und Sabine hinter die Bühne, wo sie auch gleich von Susi und Manuela aufgesucht wurden.„Ziemlich fies von dir, einfach zu verschwinden!“, überfiel sie Susi gleich. „Aber Schwamm drüber, dein Auftritt war super!“„Und gleich hundert Punkte abgeräumt, wo nur drei gefragt waren! Alle Achtung! Super-Coup!“, spöttelte Manu.„Wovon redest du überhaupt?“ Sabine schaute verwundert drein und Barney stand daneben und verstand sowieso gar nichts.„Na, deine Einla… – soll das heißen, du hast es gar nicht mitgekriegt?? Bei dem Überschlag und dem Dings danach haben mehr als hundert Leute gesehen, dass du kein Höschen anhattest! Du …“„Du hast was nicht?“, schrie Barney aufgeregt dazwischen und schaute wie ein begossener Pudel, während Sabine alle Farbe aus dem Gesicht fiel. Die beiden sahen so komisch aus, dass Manu und Susi in helles Gelächter ausbrachen. Dann umarmten sie ihre Freundin, klopften ihr auf die Schulter, herzten und küssten sie und versicherten ihr ein ums andere Mal, dass sie es total cool fänden und beglückwünschten sie zu ihrem Auftritt.„Du hast es ja nun schon hinter dir, im Gegensatz zu mir. Mir bleibt nur die Ochsentour durch die Schuhgeschäfte“, tröstete Susi. Langsam kehrte die Farbe in Sabines Gesicht zurück, sie fühlte sich auf einmal stark und toll, glühte fast vor Stolz und vollführte schon wieder ein paar schnelle Kicks.„Und ich habe es nicht gesehen, nicht mal bemerkt“, flüsterte Barney enttäuscht.Sabine schwamm auf einer Woge von Adrenalin und Euphorie. So hob sie einfach ihr Kleid bis über den Nabel. „Da! Ist doch nix dabei!“ Barneys Kopf glühte nun auch.„Nana! Wenn ihr fertig seid mit ‚Ich zeig dir meins, zeig du mir deins!‘ kannst du ja nachkommen. Die Schuhgeschäfte sind alle im zweiten.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, verschwanden die beiden.„Na, Barney, was ist? Zeigst du mir deins?“ Sabine grinste, als er erstaunt die Augen aufriss und furchtsam nach Luft schnappte. „Kleiner Scherz! Kann man hier vielleicht duschen? Ich bin etwas verschwitzt.“„Äääh – ich glaube, da hinten ist eine. Hab ich vorhin gesehen, als ich Pinkeln war. Da!“ Er deutete die Richtung an.Sabine fasste in kurzerhand am Ellenbogen. „Zeig ‘s mir! Jetzt nicht unbedingt dein Dings, nur das Klo und die Dusche. Los jetzt, da kommen schon die nächsten von der Bühne!“, zischelte sie und schubste ihn vorwärts. Die Dusche war wohl eher für das Personal gedacht, so versteckt gelegen, dass sich Barney auf der Suche nach der Toilette ziemlich verirrt haben musste, um diese Entdeckung zu machen. Die Kabine war zwar ziemlich geräumig, aber eben nur eine. „Willst du auch duschen?“, erkundigte sich Sabine.„Schon, aber du zuerst. Ladies first, ich geh inzwischen in den Gängen spazieren.“„Bin ich denn ‘ne Lady? Lass mich nicht hier allein am Arsch der Welt!“„Dann bursa escort bayan stell ich mich halt da an die Tür. Ich guck auch nicht.“„Hast doch eh schon das ‚Allerheiligste‘ gesehen. Was stellst du dich jetzt so an?“„Wie meinst du das? Ich kann doch nicht …“„Was kannste nicht? Mit in die Dusche kommen? Ist groß genug!“„Aber … Nackt?“„Von mir aus kannst du auch in Jeans duschen. Ich mach das jedenfalls nicht. Außerdem hab ich gar keine Jeans dabei, die haben meine Freundinnen in der Tasche. Schau mal, da sind sogar Handtücher, frisch gewaschene!“„So habe ich es nicht gemeint, aber wir beide, beide …, beide nackt … äh … gemeinsam …?“ Je mehr er stotterte, desto röter wurde sein Gesicht. „So gut kennen wir uns doch n-nicht.“„Dann lernen wir uns eben kennen!“, postulierte Sabine keck, zog ihre Nikes samt den Socken aus und schaute ihn fragend an. Die Schockstarre schien ihn zu lähmen, er sagte gar nichts. Sie trat näher, legte ihren Arm um seine Schulter, zog seinen Kopf näher und küsste ihn. „Sei kein Frosch, Barney!“Endlich erwachte er und reagierte. Und wie er reagierte! Heftig zog er Sabine an sich, presste ihren Körper an seinen, spürte ihre Brüste, legte einen Arm um ihre schlanke Taille und eine Hand auf ihren Po. Scharf zog sie den Atem ein, roch seinen Schweiß, murmelte: „Du hast die Dusche wirklich nötig!“ und wiederholte den intensiven Kuss, nur länger. Danach war er fügsam und zog sich schweigend aus. Sabine zog ihr Kleid über den Kopf, stand nackt, nur in Leg Warmers vor ihm, ein Anblick, der ihn augenblicklich reagieren ließ. Sie musterte wohlwollend, was sie zu sehen bekam und streifte ihre letzten beiden Kleidungsstücke in provokanten Posen ab. Ein weiterer Blick machte sie sicher. „Du brauchst eine Dusche dringend! Eine kalte“, flüsterte sie und stieg vor ihm in die Kabine.Er folgte ihr stehenden … Naja, jedenfalls starteten sie das Programm Kennenlernen, das sehr unkompliziert, wenn auch langwierig ablief. Der gemauerte und geflieste Sims, auf den Sabines Po perfekt passte, war dabei ungemein hilfreich.AbsturzSusi und Manuela hatten mittlerweile schon drei Schuhläden abgeklappert, aber Susi erwies sich als ein wenig zickig. Nichts entsprach ihren Wünschen, so kam sie nicht ein einziges Mal dazu, überhaupt ein Paar zu probieren. „So wird das nichts!“, murrte Manu, „sie müssen dir ja nicht gefallen, du musst sie auch nicht kaufen, nur probieren und deine Muschi sehen lassen.“Susi seufzte. Sabine ging ihr ab. „Versuchen wir es halt dort bei ‚Heely’s‘!“, und steuerte auf den vierten Laden zu, mustert die ausgestellten Luxusstöckelschuhe und schaute leicht verzweifelt aus der knappen Wäsche. Da baute sich ein junger Verkäufer neben ihr auf:„Kann ich ihnen irgendwie helfen?“ Susi fuhr erschrocken herum, sie hatte ihn gar nicht bemerkt. Mmmh, der Junge sah lecker aus, irgendwie ähnlich wie Max, aber männlicher. Wahrscheinlich war er schon alt genug dazu, zwanzig oder einundzwanzig.„Oh! Ja, also ich suche Schuhe mit hohen Absätzen, vierzehn Zentimeter oder so …“„Elf“, sagte der Verkäufer. Als er Susis irritierten Blick bemerkte, erklärte er: „Elf Zentimeter, das ist das höchste.“„Ich will aber vierzehn!“, beharrte Susi bockig„Vierzehn gibt es nur mit Plateausohlen, das sind dann Strip-Schuhe, für professionelle Stripperinnen, nichts für junge Damen.“„Woher wollen Sie wissen, dass ich eine Dame bin?“, fauchte Susi. „Haben Sie jetzt so etwas oder nicht?“„Haben schon, aber ich würde dringend davon abraten“, argumentierte der Verkäufer. „So etwas tragen manchmal Nutten, vorzugsweise die kleinen …“ Er lief rot an, als sein Blick auf Manu fiel, die feixend die Szene beobachtete und schon mal ihren Block zog.„Ich will sie sehen!“, rief Susi uneinsichtig und der Verkäufer verschwand im Lager. Manu schüttelte den Kopf und verdrehte die Augäpfel.„Hier, bitte!“ Der Verkäufer war wieder da und hielt Susi ein geradezu groteskes Paar mit spitzen Fingern vor die Nase, so als handle es sich um etwas unanständig Riechendes.Susi strich ihren Rock nach unten und setzte sich vorsichtig. Der Verkäufer kniete und hielt ihr den einen Schuh hin. Jetzt musste es passieren! Manu zückte den Kugelschreiber, um das erste Häkchen auf Susis Checkliste anzubringen. Susi hob ein Bein, da sprang der junge Mann plötzlich auf und stürzte in Richtung Lager davon. „Mir fällt da grad was ein, das könnte Ihnen gefallen!“Seufzend schlüpfte Susi ohne Hilfe und ohne Publikum in die Abscheulichkeit mit vierzehn Zentimetern Stöckel und fünf Zentimeter Plateausohle. Vorsichtig erhob sie sich und machte kleine Gehversuche, die fatal endeten. Plötzlich kam sie aus dem Gleichgewicht, versuchte, sich mit einem schnellen Schritt wieder zu fangen, stolperte über eine Beinstütze und stürzte seitlich über die niedrige gepolsterte Rückenlehne der nächsten Wartebank. Die plüschige Sitzfläche milderte den Sturz zwar vorerst, aber Susi rutschte dennoch mit dem ganzen Oberkörper über den Rand. Dumpf knallte ihr Hinterkopf auf den roten Teppichboden, benommen blieb sie liegen, Kopf unten, Beine oben und der Minirock war bis über die Taille nach oben, beziehungsweise in diesem Fall, nach unten geschlagen. Grinsend registrierte Manu die Reaktionen einiger Kunden und Passanten und machte reihenweise Häkchen. „So, das wär ‘s! Genug für heute!“Auf einmal machte sie sich doch Sorgen um ihre Freundin, die immer noch regungslos entblößt vor ihr lag, aber da eilte schon der blonde Verkäufer aufgeregt herbei, unter dem Arm einen goldgelben Schuhkarton, den er nun achtlos fallen ließ. „Was ist denn passiert? Geht es Ihnen gut? Hallo? Haben Sie sich verletzt?“, und als er immer noch keine Antwort bekam, schrie er lauthals nach einem Arzt. „Ruft die Rettung! Sie kann nicht aufstehen!“Endlich rührte sich Susi wieder, rutschte mit dem ganzen Körper von der Bank, dem Blonden direkt vor die Füße. „So ‚ne Scheiße!“, knurrte sie, „Mit den Dingern kann man sich ja nicht nur die Beine, sondern auch noch den Hals brechen!“ Sie stöhnte erbärmlich, lästerte aber gleich weiter: „Und potthässlich sind sie obendrein!“ Dann schmachtete sie den Verkäufer an. „Ich hätte auf Sie hören sollen. Vierzehn ist eindeutig nichts für mich.“ Mit anzüglichem Grinsen erklärte sie: „Ich bin ja keine Schlampe!“„Noch nicht!“, murmelte Manu und Susi verdrehte die Augen. Der Verkäufer hatte zwar etwas gehört, aber es nicht verstanden. „Können Sie aufstehen?“, fragte er, wartete die Antwort jedoch nicht ab, sondern ergriff die Gelegenheit beim Schopf und Susi mit seinen geschickten Händen. Damit sie in diesen sicher lag, legte die ‚Patientin‘ ihrerseits ihre Arme um seinen Nacken und barg ihren Kopf in seiner Halsbeuge. Hastig trug der Kavalier die Gerettete hinter eine Trennwand, wo sich ein Aufenthaltsraum für das Personal befand. Alfred Z.Manu schüttelte den Kopf. Was würde daraus werden? Sabine wusste von all dem nichts, denn sie kam später und erschien erst auf der Bildfläche, als ihre ‚Protokollführerin‘ neugierig die goldgelbe Schuhschachtel aufhob, um den Inhalt zu inspizieren.„Hi! Was hast du da? Lass mal sehen!“Manu fuhr herum. „Ach! Du bist auch wieder da. Was hast du denn so lange getrieben?“ Ein Blick in Sabines glühendes Gesicht brachte ihr die Erleuchtung. „Getrieben! Die hast es mit deinem Tänzer getrieben! Oh, Nino! Das kostet dich eine Doppelschicht heute Abend!“„Pssst! Schrei doch nicht so rum! Und ja, es war sehr schön. Wo steckt Susi?“„Wo steckt Susi? Wo steckt sie wohl? Vielleicht steckt sie schon auf dem gutaussehenden Verkäufer?“„Was?“Manu seufzte. „Kurzversion: Susi hat versucht, deinen Auftritt zu toppen, ist mit Mörderplateaustöckelschuhen verunglückt und eine halbe Stunde da rumgelegen und hat ihre nackte Muschi in die Luft gereckt!“„Wie bitte? Das soll wohl ein Scherz sein?“„Nee, kein Scherz! Gut, eine halbe Stunde ist vielleicht etwas zu viel, aber lange genug, dass sie ihr Pensum mehr als erfüllt hat. Und jetzt hat sie der Verkäufer nach hinten entführt.“„Ich glaub ‘s ja nicht.“„Doch, doch! Nach ihrem Sturz ist sie da gelegen und weil sie nicht aufgestanden ist, hat sie der Verkäufer aufgehoben. Und wenn ich mich nicht sehr irre, dann hatte er seine Pfote an ihrem nackten Arsch oder sogar an ihrer Muschi.“„Pfui!“„Was pfui? Du hast es grad nötig! So, wie sie ihn angesehen hat, war ihr das sicher nicht unangenehm. Wer weiß, wie das noch endet!“„Schauen wir halt!“„Ja, nee … Wir können doch nicht …“„Wir zwei, als beste Freundinnen, wir müssen doch – schon rein aus Sorge – nachgucken, ob es ihr gut geht.“„Und ob es der gut geht! Aber halt! Der Karton. Den hat der Typ vorhin hier fallen lassen.“ Manu hob den Deckel und pfiff anerkennend, Sabine schaute natürlich auch neugierig nach. Da lag ein Paar extrem eleganter High Heels, ganz in schlichtglänzendem Schwarz mit atemberaubend hohen dünnen Bleistiftabsätzen. Trotzdem sahen sie auch bequem aus. „Nicht eben der letzte Schrei“, meinte Manu mit Kennerblick, „aber eigentlich zeitlos. Die kann man in zwanzig Jahren noch gut tragen.“ Sie konnte nicht widerstehen, hinein zu schlüpfen. „Schade, zu groß für mich. Das wär ‘s sonst gewesen!“Nun musste natürlich auch Sabine probieren, aber für sie waren die Schuhe etwas zu klein. „Sch…! Die hätten mir gefallen. Bringen wir die Schmuckstückchen nach hinten. Damit sie nicht abhanden kommen, du weißt schon:“Manu grinste schlitzohrig und war schon auf dem Weg, Sabine folgte mit dem Karton. Inzwischen hatte der blonde Verkäufer seine süße Fracht in ein kleines Extrazimmerchen getragen und dort auf einem Sofa abgelegt. Als Filialleiterstellvertreter stand ihm die Benutzung frei, wenn, wie meist am Samstag, sein Chef nicht da war. Susi dachte aber nicht daran, seinen Hals loszulassen, vielmehr zog sie seinen Kopf noch näher und drückte ihm einen feuchten Kuss auf die Nasenspitze. „Danke, mein Held!“, hauchte sie. „Wie heißt du denn?“Der abrupte Wechsel ins vertrauliche ‚Du‘ schien ihn ein wenig zu irritieren. „Äh – ich – ich bin Alfred, Alfred Zwinkel, aber Sie können mich Fred nennen. Äh – du kannst mich Fred nennen. Und Sie – du?“„Susanna – Susi – und pscht!“ Damit zog sie ihn wieder heran, diesmal kriegte er einen richtigen Kuss. Nach kurzer Schrecksekunde erwiderte er diesen leidenschaftlich. Susi schmolz dahin, aber nicht ganz und gar. „Nimm deine Hand da weg! So weit sind wir noch nicht. Noch lange nicht!“Er tat so, als habe er nicht richtig verstanden. „Du hast kein Höschen an!“, stellte er ablenkend etwas fest, was offensichtlich war. Immerhin hatten es Dutzende Kunden auch gesehen.„Da sagst du mir nichts Neues. Es ist wegen einer Wette. Und jetzt entferne deine Pfote von meinen nackten Hintern. – Unhold! Lass das!“ Fred hatte seine Hand so ‚ungeschickt’ von ihrem Po entfernt, dass sie nun auf ihrer Muschi spielte. Susi keuchte erregt. „Lass – das – mmmh – nein – oh – oho – mmmh – lass – daaa… – ja-aa!“ Ihren Aufschrei erstickte er mit einem weiteren Kuss. Der sowieso nur halbherzige Widerstand erstarb vollends. Sie ließ ihn gewähren und er eine gewisse Erfahrung erkennen.Es klopfte und Sabine steckte den Kopf durch die Tür. „Susi? Bist du da? Geht ’s dir gut?“ Sie kam näher, gefolgt von Manu. „Oh, Sorry! Mir scheint, dir geht es sogar sehr gut. Wir wollten nur die geilen Schuhe in Sicherheit bringen. Gibt es die etwa auch in meiner Größe?“Fred und Susi lösten sich überraschend schnell voneinander, auch wenn seine Hand weiter unter ihrem Oberschenkel steckte. „Oh, danke! Ja, die Schuhe. Nein, das ist ein Einzelpaar, Maßanfertigung vor einigen Jahren und dann nicht abgeholt.“ Nun zog er doch seine Hand wieder ans Tageslicht und Susi die monströsen Plateautreter aus. „Die solltest du unbedingt probieren, Susanna!“Susanna? Manu und Sabine kicherten, reichten aber die Maßanfertigungen weiter, jede einen Schuh. Geübt streifte Fred diese über Susis Fuß. „Ruckediguh, kein Blut ist im Schuh!“, jubelte er in einer infantilen Anwandlung, was einen weiteren Kicheranfall auslöste. „Passt perfekt!“, setzte er hinzu. „Geh mal ein paar Schritte!“ An der Hand zog er sie galant in die Senkrechte und Susi begann ganz automatisch, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Es sah einfach geil aus!„Super sind die! Passen wie angegossen, sind federleicht, weich und trotzdem stabil. I’m lovin it!“ Sie wendete und stöckelte auf Fred zu, kam plötzlich ins Stolpern und sank ihm theatralisch in die Arme, wobei ihre Bluse dramatisch nach oben rutschte, als er sie auffing. Susi wedelte mit dem Arm hinter ihrem Rücken, Manu und Sabine sollten verschwinden. „Schaut mal nach meinen alten Schuhen, den von Tante Babs und informiert euch ausführlich über Manus Unterwäsche. Ich finde euch dann schon!“ Sie schaute die Freundinnen flehentlich an, diese begriffen schnell und verschwanden auf der Stelle. Allerdings blieben sie vor der Tür stehen und lauschten. Was sie zu hören bekamen, ließ keinen Zweifel offen, dass es noch einige Zeit dauern würde. „Armer Nino!“, seufzte Manu erneut, „das wird eine lange und anstrengende Nacht für dich.“ Dann wandte sie sich an Sabine. „Komm, suchen wir ein paar geile Klamotten. Es soll ja nicht so aussehen, als hätten wir ganz was anderes gemacht.“ Sie grinste faunisch und zog Sabine hinter sich her.***Scharfe SachenEs war dann – nach intensiven Verhandlungen über den Erwerb der ‚Schühlein’, wie Susi die tollen Heels liebevoll titulierte – gar nicht so einfach, die beiden Freundinnen wieder aufzustöbern, denn diese hatten im obersten Stockwerk eine winzige, aber höchst exklusive Boutique ausfindig gemacht, die nicht nur scharfe Dessous, sondern auch andere, leicht gewagte Kleidung führte. Manu schwelgte und hatte schon zwei Einkaufstaschen gefüllt, kam nun noch einmal auf Reizwäsche zurück und präsentierte soeben einen hauchzarten Body in Rot.„Den musst escort bursa du unbedingt nehmen! Nino wird ausflippen!“, mischte sich Susi plötzlich hinterrücks ein. Sabine und Manu ruckten herum. „Ob ich mir auch so was zulegen sollte?“„Reine Verschwendung! Bruder Max hat ganz konkrete Vorstellungen, wie du am besten aussiehst. Nackt nämlich!“„Ach, Max! Aber Fred könnte das gefallen!“„Fred? Willst du dir mit dem was anfangen?“ Manu war, wie gewohnt, wieder mal besonders neugierig.„Wie kommst du denn darauf? Aber er ist doch sehr nett, nicht?“„Aber er ist doch sehr nett“, äffte sie Manu nach. „Ihr habt doch …?“ Dabei machte sie eindeutige Bewegungen mit beiden Händen und Susi lief rot an. Es bedurfte keiner Antwort mehr. Sabine musterte sie von unten nach oben. „Die Schuhe hast du auch noch an – oder wieder? Deine hat Manu in der Tasche. Willst du wechseln? Was haben sie gekostet?“Susis Röte vertiefte sich. „Er hat sie mir geschenkt. Dafür habe ich ihn zu deinem Geburtstag eingeladen, Sabi. Ich hoffe, du hast nichts dagegen.“„Nein, eigentlich nicht. Vielleicht geht da ja was. Du wirst dann doch wohl nicht eifersüchtig werden, Susi? – Ich habe Barney übrigens auch eingeladen.“„Fred und Barney und Max und Bruno. Was soll ‘n das werden? Rudelbums unter den Augen von deinen Eltern?“„Red‘ doch kein Quatsch, Manu! Schließlich passt doch dein Nino auf, dass alles gesittet abläuft. Aber zum Tanzen ist nun mal Barney um Klassen besser als unsere Brüder. Hoffentlich hat ‘s Fred auch drauf. Muss ja nicht gleich gut wie sein Namensvetter sein!“ und als Manu leicht verwirrt dreinschaute: „Fred Astaire, du Banausin!“ Sabine vollführte zur Unterstreichung ein paar Tanzschritte, was mit ihren Nikes eher komisch aussah.Manu war nicht beleidigt. Alles, was über Discodance hinausging, empfand sie als hoffnungslos antiquiert, dafür war sie im Glitzerlicht der modernen Tanztempel voll daheim. Doch ihre Neugierde war noch nicht befriedigt. Susi hatte die Antwort auf eine Frage elegant umschifft, aber Manu, phantasiemäßig hochgradig erregt, hatte es nicht vergessen. „Was mich echt interessiert: hast du deine neuen supergeilen Heels ausgezogen, als du mit Fred …?“Susi seufzte genervt. Das Biest ließ nicht locker. „Wenn du es unbedingt wissen musst, nein, hab ich nicht!“ Und, ein wenig aggressiver: „Es war so wie in diesen Filmen. Er war ganz nackt und ich hatte nur die Schuhe an. War ‘s das jetzt, oder muss ich ins Detail gehen?“ Manus Augen glänzten gierig, sie nickte. Natürlich war sie heiß auf Details, aber Susi ließ sie abblitzen: „Tut mir leid, das geht nicht! Du bist ja noch nicht achtzehn, ich bin noch nicht achtzehn, drum darf ich aus Jugendschutzgründen nicht explizit erzählen. Aber du kannst es dir sicher vorstellen.“„Manno!“, murrte Manu enttäuscht, dann hellte sich ihre Miene auf. „Du könntest es Nino erzählen und der könnte es dann mit mir durchspielen …“„Nino? Du spinnst wohl komplett. Der mag zwar mit dir jede Ferkelei machen, aber bei mir spielt sich mein Cousin auf, als wäre er mein Vater oder zumindest mein Vormund. Denkt euch bloß selber was aus. Aber eins sag ich dir: Mit Stöckelschuhen im Bett ist echt geil!“Manu war begierig, das mal auszuprobieren, Sabine war sich da nicht so sicher. „Wie spät ist es eigentlich? Sind die vier Stunden noch nicht rum? Und wann geht unser Zug zurück nach Lüneburg?“„Tja“, warf sich Manu ins Zentrum, „ich zieh mal diesen Body aus, zahl den ganzen Krempel, dann gönnen wir uns noch einen Cappu und reden dort weiter, ja? Diesmal müsst ihr ja nicht mehr so verklemmt sitzen. Inzwischen kennt schon fast jeder eure Geheimnisse.“Kurz danach kam sie aus der Umkleidekabine, nun wieder in Jeans und Pulli und schaute auf ihr Handy. „Genau genommen, habt ihr vor vier Stunden und zehn Minuten die Höschen bei mir abgegeben, aber die Zeit, die ihr gesexelt habt, zählt nicht mit. Da zieh ich euch je eine halbe Stunde ab, also habt ihr noch zwanzig Minuten.“Sabine fügte sich, obwohl sie es ein wenig kleinlich fand, doch Susi stach der Hafer. „Was hast du denn da für einen feuchten Fleck?“, fragte sie mit zuckersüßem Lächeln und deutete auf Manuelas Schritt.Die kreischte entsetzt auf. „Oh, Gott! Sieht man es schon?“ Hektisch versuchte sie, den Fleck zu entdecken und zerrte ihren Pulli nach unten. Dann sah sie die feixenden Gesichter von Susi und Sabine, atmete einerseits erleichtert auf, war aber andererseits empört. „Das war gemein! Und peinlich!“„Hab dich nicht so! Immerhin hast du jetzt zugegeben, dass du scharf wie Nachbars Lumpi bist. Hättest wohl gern mit uns getauscht, was?“Manu beruhigte sich. „Schwamm drüber, gehen wir ins Cafe!“ Die fehlenden zwanzig Minuten brachten sie locker über die Zeit, dann schlenderten sie lässig zur Damentoilette. Dort ereignete sich ein Wunder, denn diese war vollkommen leer. Darum zwängten sie sich auch gar nicht erst in eine der winzigen Kabinen, sondern zogen sich gleich im Vorraum um. Als Susi als erstes ihr Höschen unter dem Rock anziehen wollte, hielt sie Sabine auf, die sich grad ihrer Nikes entledigt hatte. „Lass mal sehen, wie das aussieht, so ganz nackt, nur mit den High Heels. Natürlich nur, wenn du dich traust. Ich könnte schon verstehen, wenn du das nicht machen willst …“Susi sah sie grimmig an. Reingelegt! Natürlich kniff sie nicht, auch wenn ihr Herz bis ganz nach oben klopfte wie ein Dampfhammer. „Du aber dann auch! Runter mit den Klamotten!“ Ruck-zuck, schon waren beide splitternackt, Susi aber mit den hohen Stöckelschuhen.Jetzt kam es wieder darauf an, wer das länger durchhielt. Sabine trat zwei Schritte von ihrem City-Bag mit der Kleidung weg zu einem Waschbecken mit Spiegel und tat so, als suche sie eine Wimper im Auge. Innerlich bebte sie. „Wie hoch sind denn die überhaupt?“Susi stellte sich daneben und blickte auf ihre Freundin herab. „Elf Zentimeter und drei Millimeter, hat Fred gesagt. Ein einzigartiges Paar. Ist schwer, damit zu gehen, da muss ich daheim noch üben. Aber echt ein Wahnsinn, ich freu mich so über meine ‚Schühlein‘.“ Mit diesen Worten schlüpfte sie heraus und war nun wieder ein klein wenig kleiner als Sabine. Die beiden sahen sich tief in die Augen, ohne zu blinzeln, dann kam es gleichzeitig: „Los! Anziehen!“ Sie stürzten zu ihren Sachen, aber genau in diesem Moment ging die Tür auf und eine schwergewichtige Matrone walzte herein.„Unerhört!“, polterte diese gleich los und ruderte in eine Kabine. „Schämt ihr euch nicht? Schlampenpack!“ Die Tür fiel geräuschvoll ins Schloss, während die beiden Nackedeis losprusteten.„Woher weiß sie das bloß?“, wunderte sich Sabine kichernd und stieg in ihre Jeans.PartytimeImmer noch lachend verließen sie das Hamburger Mannomann. Mit U-Bahn, Eisenbahn und Bus erreichten sie ohne weitere Zwischenfälle ihre Heimatstadt Ovenbuch, weil Susi hartnäckig allen Versuchen Manus widerstand, sie dazu zu bewegen, ihr im Zugabteil die neuen ‚Schühlein’ mit sonst gar nix vorzuführen. Dafür mussten Susi und Sabine haarklein den Zusammenprall mit der geballten Hamburger Weiblichkeit mehrfach sc***dern. Man sah deutlich, wie gern Manu da mit dabei gewesen wäre. Mehrfach nannte sie Nino in stoßgebetsartigen Beschwörungen, sodass Susi am Ende gar um die körperliche Konsistenz ihres Cousins fürchtete.„Keine Angst!“ Manu lachte. „Die Nacht wird er nicht vergessen, obwohl ich ihm nicht erzählen kann, warum ich so scharf drauf bin. Aber er wird es überleben.“Und dann kam Sabines großer Tag. Sie wurde sechzehn und der Partykeller im Hause Wiechert platzte aus allen Nähten. Irgendwie schienen sowohl Gerüchte über gewisse Vorkommnisse anlässlich Susis Geburtstagsfeier einerseits und Ninos gewissenhafte Aufsicht bei der von Manuela zu den Eltern durchgedrungen zu sein, weshalb sie diesen als Zeremonienmeister, sprich ‚Anstandswauwau’ engagiert hatten. Zusätzlich beehrten sie die Feier auch noch mit ihrer persönlichen Anwesenheit, was zumindest am Anfang etwas dämpfend wirkte.Immer, wenn Manu an der Stereoanlage vorbeitanzte, drehte sie die Lautstärke unmerklich nach oben. Zusammen mit dem schrillen Gekreische von einem guten Dutzend weiblicher Teenies, wirkte diese Schallkeule zermürbend und Torsten Wiechert streckte nach kaum einer Stunde die Waffen. Doch seine Frau Nicole, heute wieder ganz die kesse Nikki von einst, tanzte unermüdlich alle an die Wand. Papa Wiechert musste sie gegen neun Uhr fast mit Gewalt aus dem Keller holen. „Komm schon, Nikki, wir sind heute mit Susis Eltern verabredet. Bei so einer Party sind wir Alten nicht gefragt!“„Ich bin nicht alt! Noch lange nicht!“, protestierte Mama Wiechert und zerrte ihren Angetrauten auf die Tanzfläche, wo er beweisen konnte, dass er auch noch ganz gut drauf war. Aber nach einer Runde Rock ‘n‘ Roll schnaufte er ziemlich heftig und schubste seine bessere Hälfte zur Treppe. Langsam kam die Party in Schwung.Nino kämpfte einen verlorenen Kampf. Allein gegen alle, hatte er schlechte Karten. Die k**s kannten sich im Haus gut genug aus, ihm zu entwischen, wenn Schmusestunden angesagt waren. Gegen Schmusen und Fummeln hatte Nino zwar überhaupt nichts einzuwenden, doch seine forschenden Blicke, ob sich da nicht doch etwas allzu Unzüchtiges anbahnen wollte, wirkten ausgesprochen störend. Daher war seine herzallerliebste Manu, die sich in eines der neuen sexy Outfits – „Rate mal, was ich drunter anhabe und was nicht, Nino!“ – geworfen hatte, an diesem Abend besonders liebesbedürftig und immer, wenn der ‚Zeremonienmeister‘ auf diese Art abgelenkt war, verschwanden ein oder zwei Pärchen unbemerkt über die Treppe nach oben.Barney und Fred waren auch gekommen. Letzterer erwies sich tanzmäßig auch als Gewinn und zusammen mit Susi und Sabine boten sie manche beklatschte Show. Natürlich war auch Gina eingeladen, die ihre Testaufgaben zu Hause in Frankfurt absolviert hatte. „Erfolgreich!“, wie sie mehrfach betonte. Auch sie hatte ihren großen Auftritt in einem Kaufhaus. Dazu war sie aber extra nach Mannheim gefahren. „Ich hab‘ das locker abgezogen, bin vier Stunde rumgelatscht, hab‘ mir dann einfach den Wickelrock ausgezogen und bin quer durch zum Parkplatz und ab. ‚Augen zu und durch‘, hab ich mir gedacht. Nur nicht umschauen!“ Sie lachte, wie sie daran dachte, was die Leute hinter ihr wohl für Gesichter gemacht haben mochten.Ihr großer Auftritt bei der Party kam, nachdem Susi mit Fred und Sabine mit Barney verschwanden. Max und Bruno blieben frustriert zurück und schmollten. Dann aber schob sich die blonde Gina in ihr Blickfeld. Sie hatte nicht nur enorme Brüste, sondern auch ein großes Herz, groß genug jedenfalls für Max und Bruno. Die drei zogen sich in den ersten Stock zurück, wo Max sein Zimmer hatte. Eine Stunde später tanzte Gina mit Barney Tango. Weder Bruno, noch Max wurden in dieser Nacht noch gesehen.Punkt Mitternacht lotste Manu Sabine, Susi und Gina hinauf ins Wohnzimmer. Kurz darauf schellte es. Drei späte Gäste erbaten Einlass: Die Schäferin Micaela, die Jurorin vom Tanzbewerb, die als einzige Barney und ‚Theresia‘ gut bewertet hatte und sich nun als Obfrau der Exhibitionistischen Schlampenfraktion Niedersachsen outete, sowie, zur allergrößten Überraschung, die Matrone aus dem Damenklo. Die sah nun ziemlich elegant aus und stellte sich als 2. Vorsitzende des Gesamtvereins Deutschland vor, „sozusagen Deutschlands zweitgrößte Schlampe“, wie sie grinsend erklärte.„Na, Mädels“, meinte sie jovial, „das hättet ihr neulich auch nicht gedacht, was?“ Sabine und Susi schwiegen ausnahmsweise und Gina konnte sowieso nicht mitreden. So begann die kurze und schlichte Zeremonie – während der ‚Zeremonienmeister‘ Nino im Keller die Flöhe in Gestalt der minderjährigen Partygäste hütete. Die drei Kandidatinnen mussten die Weihen nackt empfangen. Micaela salbte sechs Busen mit aphrodisierendem Öl, die Obfrau hielt eine kurze und launige Ansprache. Zuletzt, Sabine musste ein Kichern unterdrücken, denn es war nun wirklich fast kitschig, berührte die Vizevorsitzende die drei nun Knieenden mit einem riesigen schwarzen Dildo an den Schultern – wie mit dem Schwert beim Ritterschlag, empfand Susi – und sprach die bedeutungsschwangeren Worte: „Hiermit nehme ich dich auf in den Kreis der exhibitionistischen Schlampen Deutschlands und ernenne dich zur Jungschlampe. Erhebe dich und mach unserer Vereinigung Lust und Ehre!“Ebenso plötzlich, wie sie erschienen waren, verschwanden die drei wieder. Susi, Gina und Sabine schauten sich verwundert an und brachen in tosendes Gelächter aus. Als sie sich einigermaßen beruhigt hatten, stieß Sabine hervor: „Ehrlich gesagt, frage ich mich, was ich mit dieser Ehre eigentlich anfangen soll? Was hab‘ ich denn davon?“Nun war es Manu, die in schallendes Gelächter ausbrach. Unter Tränen gestand sie: „Genau das habe ich mich nach meiner Ernennung auch gefragt, aber ich hatte irren Spaß dabei, euch bei euren Aufgaben zu begleiten. Das möchte ich nie und nimmer missen.“„Nun ja”, meinte Susi, “so gesehen hatten wir schon was davon, denn Spaß hatten wir zur Genüge. Ganz dicht sind wir zwar nicht, dass wir uns darauf eingelassen haben, aber ganz normal wäre ja langweilig.“„Ganz genau!“, stimmte Sabine zu, „hätten wir nicht mitgemacht, hätten wir ein paar Wahnsinnsabenteuer verpasst. Wenn ich da an die wüsten Nächte in Ginas Eisdiele denke …“„Oder an Micaela und die Macht der Polizei!“, prustete Susi los.„Und die Sache im Schlosspark mit der Kartenfrau!“, brüllte Sabine.„Jetzt schlägt’s aber wirklich dreizehn!“, äffte Manu die entrüstete Dame nach. „Und ich krieg‘ noch zehnfuffzig!“ Alle wieherten durcheinander.„Und dann noch Jürgen Mangs“, erinnerte sich Gina.„Und Papa Mangs mit dem Papamangsdings!“, krakeelte Susi. So kamen noch ein paar andere Erlebnisse zur Sprache, darunter auch Barney, Fred und ein gewisser Moses, den Gina unten ohne auf dem Parkplatz in Mannheim aufgegabelt hatte.Mit tränenüberströmten Gesicht befand Sabine glucksend: „Auch wenn wir mit der Ehre keinen Blumentopf gewinnen werden, eines hatten wir auf alle Fälle: Tolle Abenteuer und alle fanden ein glückliches ENDE”

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